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Malteser Sigmaringen

SCHWAEBISCHE Zeitung Sigmaringen: Sigmaringer Corona-Toter hatte schwere Vorerkrankung

17.03.2020
Am Montag wurde der neue Testcenter für den Kreis Sigmaringen in Hohentengen aufgebaut.

Der Landkreis Sigmaringen hat seinen ersten Corona-Toten: Ein mehr als 80-Jähriger Patient ist am Montag im Sigmaringer Krankenhaus gestorben. Das teilte die Pressestelle des Landratsamts Sigmaringen am Dienstagnachmittag mit. Der Mann litt an einer schweren Lungenentzündung. Bei ihm wurde auch das Coronavirus festgestellt.

Der Verstorbene aus dem Landkreis Sigmaringen ist der sechste in Baden-Württemberg. Den Wohnort und das genaue Alter des Mannes wollte Tobias Kolbeck, Pressesprecher des Landratsamts Sigmaringen, aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht bekanntgeben.

Todesursache medizinisch nicht eindeutig

Der Patient habe, so Kolbeck, schwere Vorerkrankungen gehabt. Ob er letztendlich am Coronavirus oder an seiner schweren Lungenentzündung gestorben sei, ließe sich medizinisch kaum beurteilen.

„In der Statistik zählt er offiziell als Corona-Toter“, ergänzt Kolbeck. Es sei aufgrund des Krankheitszustands des Patienten auch nicht möglich gewesen, seine Kontaktpersonen zu ermitteln.

Stand Dienstagnachmittag gibt es mittlerweile 37 Coronafälle im Landkreis Sigmaringen. Aktuell sind noch 219 Tests offen, das Gesundheitsamt rechnet mit weiter rapide steigenden Fallzahlen in den nächsten Tagen.

Der Landkreis setzt deshalb alles daran, die weitere Verbreitung des Coronvirus einzudämmen. Regulär arbeiten sieben Ärzte, sieben medizinische Fachkräfte und 14 weitere Mitarbeiter im Gesundheitsamt.

Wir arbeiten sieben Tage die Woche und haben das Personal im Gesundheitsamt verdoppelt, um alle Kontaktpersonen zu identifizieren und zu beraten. 

Landrätin Stefanie Bürkle

„Vergangene Woche haben bereits zehn Kollegen aus anderen Fachbereichen unterstützt, im Laufe der Woche kommen nochmals 20 neue hinzu“, sagt Landrätin Stefanie Bürkle. „Wir arbeiten sieben Tage die Woche und haben das Personal im Gesundheitsamt verdoppelt, um alle Kontaktpersonen zu identifizieren und zu beraten.“

Stefanie Bürkle appelliert aus diesem Grund abermals an die Bürger, besser zu Hause zu bleiben. „Wer trotz Quarantäne sich unter anderen Menschen aufhält, riskiert, dass das Virus an ältere und erkrankte Mitbürger weitergegeben wird. Und für diese kann es mitunter tödlich enden.“

Auch all diejenigen, die keine Quarantäne haben, bittet die Landrätin, soziale Kontakte zu meiden: „Sport in Gruppen, Treffen mit Freunden im Bauwagen, der Eisdiele oder dem Restaurant müssen nun nicht mehr zwingend sein.“

Das Testcenter in der ehemaligen Oberschwabenkaserne in Hohentengen geht indes am Mittwochabend in Betrieb. Die Feuerwehr, das Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst haben gemeinsam die Container-Test-Station eingerichtet.

Virustests nur nach Termin

Sie unterstützen nun auch beim Betrieb. Das medizinische Personal sowie der anwesende Arzt werden von der kassenärztlichen Vereinigung gestellt.

Die Teststelle soll zur Entlastung der Hausärzte und der Krankenhäuser dienen. Tests sollen zunächst von 18 bis 21 Uhr durchgeführt werden.

Das Landratsamt weist nochmal darauf hin, dass nur getestet werden kann, wer einen Termin vom Gesundheitsamt erhält. Wer glaubt, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, soll telefonisch Kontakt zum Hausarzt aufnehmen.

Dieser prüft, ob ein Test sinnvoll ist und leitet den Namen an das Gesundheitsamt weiter. Menschen, die ohne Termin die Teststelle aufsuchen, werden abgewiesen.

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