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Malteser Sigmaringen

SÜDKURIER Konstanz: Höchste Anerkennung für Demenz-Projekt

12.03.2015
Den Hauptpreis gewann die Kommunikationsdesign-Studentin Alissa Beer (M.), ihr Kommilitone Fabian Huber (l.) kam auf Platz 2. Den Platz 3 belegte Fabian Fohrer, auch er ist Student an der HTWG Konstanz. Bild: Hannes Lustermann

Der Malteser Medienpreis geht an eine Konstanzer HTWG-Studentin.

Verwirrung, Essstörungen, Vergesslichkeit – in Konstanz leben rund 15 000 Menschen im Alter von über 65 Jahren, von denen fast jeder Zehnte unter Demenz leidet, wie die städtische Stelle für Altenhilfe-Beratung bestätigte. Bundesweit gibt es laut der deutschen Alzheimer Gesellschaft rund 1,5 Millionen Betroffene, und die Zahlen steigen weiter. Studierende der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) haben nun mit einem Projekt zum Thema Demenz, das auf Initiative des Malteser Hilfsdienst der Erzdiözese Freiburg entstanden ist, enorm zur Aufklärungsarbeit über die Krankheit beigetragen: „Das, was diese jungen Leute zusammen mit ihrem Professor geleistet haben, ist ein Meilenstein für Deutschland, durch den dem Thema Demenz deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird“, lobte die Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac (CDU) bei der ersten Verleihung des Malteser Medienpreises Demenz in den Räumen der HTWG Konstanz.

Den mit 1000 Euro Fördergeld dotierten Hauptpreis bekam die Studentin Alissa Beer, die in ihrem Projekt die verschiedenen Erscheinungsformen der Demenz-Erkrankung mit bekannten Figuren wie Biene Maja und Kater Findus kindgerecht darstellte. „Ich habe versucht den Leuten zu zeigen, wie vielfältig das Krankheitsbild bei Demenz sein kann, damit sie einen individuell angepassten Umgang mit den Betroffenen finden“, sagte die sichtlich ergriffene Alissa Beer. Gratulant Karl Prinz zu Löwenstein vom Vorstand des Malteser Hilfsdienstes hob besonders hervor, dass Alissa Beer es mit ihrem Beitrag geschafft habe, das Augenmerk auf die noch vorhandenen Stärken demenzkranker Menschen zu lenken und ihnen damit ihre Würde wiederzugeben.

Der zweitplatzierte Fabian Huber hatte sich in seinem Beitrag mit der Rückreise in die Kindheit beschäftigt, wie sie Demenzkranke in ihrer Verwirrung oft durchleben und erklärte: „Ich wollte Außenstehenden zeigen, wie die Betroffenen diese Reise erleben und ihnen durch das Verstehen den Zugang erleichtern.“ Sein Kollege Fabian Fohrer, der mit seinem Projekt den dritten Platz belegte, erzählte, dass er selbst Betroffene in der Verwandtschaft hatte und sich immer etwas unwissend fühlte. „Mit meiner Darstellung möchte ich den Menschen helfen, ihre Unwissenheit gegenüber von Demenzkranken leichter zu akzeptieren, um ihnen dadurch die Scheu vor der Begegnung und die Angst, etwas falsch zu machen, zu nehmen“, sagte Fohrer hoffnungsvoll.

Kordula Kovac beschloss spontan, die Studentinnen Nina Marquardt, Lisa Schuler und Carolin Siebeneich auf eine zweitägige Bildungsreise nach Berlin einzuladen. Sie hatten in ihren Augen genauso wie die Empfänger des Medienpreises dazu beigetragen, das Thema Demenz plastisch darzustellen.

Malteser Medienpreis

Der Preis wurde von Silvia Baumann von der Konstanzer Malteser Stiftung und ihrer Freiburger Kollegin Diana Auwärter im Oktober vergangenen Jahres ins Leben gerufen, um Medienprojekte zu fördern, die das Thema Demenz in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Bei seiner ersten Vergabe wurde damit nun die Ausstellung über den Umgang mit Demenz prämiert, die Studierende in Kommunikationsdesign von der HTWG Konstanz zusammen mit ihrem Professor Jo Wickert vorstellten. Sie wird das erste Mal öffentlich bei der Fachtagung Ehrenamt der Malteser am Wochenende in Heidelberg präsentiert und geht danach auf Reise durch die verschiedenen Malteser Ortsgruppen. (hlu)

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