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Malteser Sigmaringen

„Mit Demenz ist alles ein bisschen anders“

12.03.2015

Der „Malteser Medienpreis“ wurde in Konstanz vergeben / Fachjury zeichnete Arbeiten von Studenten der THW Konstanz zum Thema „Demenz“ aus.

Konstanz. Erstmals hat der Malteser Hilfsdienst e.V. in der Erzdiözese Freiburg einen Medienpreis verliehen. Fünfzehn Bewerberinnen und Bewerber von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung stellten sich am Dienstag in Konstanz dem kritischen Urteil einer Fachjury. Mit dem „Malteser Medienpreis“ werden Projekte ausgezeichnet, welche auf Menschen in besonderen Lebenssituationen auf kreative Weise aufmerksam machen. Beim diesjährigen Wettbewerbsthema „Demenz“ galt es, eine Kampagne zu kreieren, die die Gesellschaft im Umgang mit erkrankten Menschen sensibilisiert.

Alissa Beer konnte ihr Glück kaum fassen, als sie zur ersten Gewinnerin des Malteser Medienpreises ausgerufen wurde. Mit ihrer Kampagne „Mit Demenz ist alles ein bisschen anders“ überzeugte sie die Jury in Konstanz. Sie stellte auf einfühlsame Weise dar, dass jeder Mensch Helden hat und dass die Krankheit Demenz zwar ihre Helden etwas verändert, sie dadurch aber niemals ihre Liebenswürdigkeit verlieren. Beer erhielt für ihre Interpretation 1000 Euro Preisgeld.

Fabian Huber und Fabian Fohrer wurden auf die Plätze zwei und drei gewählt und durften sich über 600 und 400 Euro freuen. Ihre Beiträge überzeugten durch ihre ansprechende, moderne, grafische Gestaltung und enormes Ideenreichtum in der Umsetzung für verschiedene Bereiche in Print und Web.

Sonderpreise überreichte Jurymitglied und Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac. Sie war so angetan von der Qualität und Aussagekraft der Beiträge, dass sie entschied, drei Teilnehmerinnen mit einer viertägigen Reise nach Berlin zu belohnen. Die Reise dürfen Carolin Siebeneich (beste App für Angehörige von demenzkranken Menschen), Nina Marquardt (beste Illustration) und Lisa Schuler (bester Kampagnentitel) unternehmen.

Großzügig zeigte sich auch Florence Manger aus der Jury, die allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Gästen ein warmes Essen und Häppchen spendierte.

Bis zu 1,4 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt; dabei ist Demenz ein Überbegriff für mehr als 50 Krankheitsformen. Diese verlaufen unterschiedlich, führen alle jedoch langfristig zum Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Die Versorgung der Menschen mit demenzieller Veränderung stellt vor dem Hintergrund des demographischen Wandels eine immer größere Herausforderung für das Gesundheits- und Sozialwesen dar. 

„Wir Malteser haben in allen unseren Einsatzbereichen Kontakt mit demenzkranken Menschen“, verdeutliche Karl Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der Malteser Deutschland, die große Affinität der Hilfsorganisation zum Wettbewerbsthema. „Ob es im Rettungsdienst, im Katastrophenschutz, in unseren Senioreneinrichtungen, in unseren sozialen Diensten oder beim Hausnotruf ist – überall sehen wir, dass eine Demenzerkrankung eine große Herausforderung für die betroffenen Menschen und ihre Angehörigen bedeutet.“ 

Gleichzeitig ist aber die Akzeptanz und der Umgang mit Demenz gesellschaftlich schwierig – das betonte Kordula Kovac in einer bewegenden, persönlichen Schilderung. Ihre Schwiegermutter ist demenzkrank und war vier Tage und Nächte spurlos verschwunden, ehe sie glücklicherweise nach langer Suche gefunden werden konnte: Sie war am Leben.

„Demenz muss eine großes gesellschaftliches Thema sein!“, sagte Elisabeth Freifrau Spies von Büllesheim, Diözesanleiterin der Malteser in der Erzdiözese Freiburg und Jurymitglied. „Gerade weil die Zahl der Betroffenen weiter zunehmen wird, darf es kein Tabuthema bleiben.“ Stattdessen müsse die breite Öffentlichkeit gut und verständlich informiert werden. „Mit dem Malteser Medienpreis wollen wir das umsetzen: Die Gesellschaft soll verstehen, das Demenz eine zutiefst menschliche Krankheit ist, für die es viele Unterstützungs- und Entlastungsangebote geben muss“, sagte von Spies.   

Die Malteser arbeiten dabei nach dem „Silviahemmet“-Konzept, das auf die schwedische Königin Silvia zurückgeht.  Im Mittelpunkt des Konzeptes steht die Würde des Erkrankten. Sämtliche Malteser Dienste verfolgen das Ziel, demenziell erkrankten Menschen Lebensfreude zu schenken und die pflegenden Angehörigen zu entlasten. Dabei sind es oft die einfachen Dinge, die Glück, Zufriedenheit und das Gefühl der Zugehörigkeit schenken. 

Sehr zufrieden konnte Professor Jo Wickert von der Hochschule in Konstanz, Mitinitiator und Jurymitglied beim Medienpreis, mit den Arbeiten seiner Studierenden sein. Er dankte am Abend für die große Chance, die den Studentinnen und Studenten mit dem Malteser Medienpreis gegeben worden war und gratulierte den Platzierten.

Mitglieder der Jury waren:

  • Professor Jo Wickert von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz
  • Florence Manger von Innotio GmbH Solutions & Executions                         
  • Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac CDU
  • Karl Prinz zu Löwenstein, Vorstand der Malteser in Deutschland
  • Elisabeth Freifrau Spies von Büllesheim, Malteser Diözesanleiterin, Erzdiözese Freiburg
  • Sabine Würth, Malteser  Diözesangeschäftsführerin, Erzdiözese Freiburg

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